Van oder nicht Van?

„Ging es hier nicht mal darum, dass du einen Van kaufen willst?“ Ja richtig, da war doch was. „Ich will einen Van kaufen und ausbauen, um dann, wenn alles fertig ist, mit einem Surfbrett im Gepäck in Richtung Meer zu fahren!“ schrieb ich damals im September.

Da wurde ich gerade aus dem Krankenhaus entlassen und war noch voller Enthusiasmus. Vor mir lag ein freies Jahr, eine ewig lange Zeit, die ich für mich nutzen wollte. Ohne lang nachzudenken erklärte ich den Van zu meinem neuen Traum, war er doch früher ein großer Teil meiner regelmäßigen Fluchtphantasien gewesen.

Früher wollte ich immer wo anders sein, doch jetzt zieht es mich nicht mehr in die Ferne. Ich habe kein Fernweh mehr. Anfangs wertete ich das noch positiv: Endlich wollte ich nicht mehr woanders sein als dort wo ich gerade war, auch wenn die Situation mal nicht gerade „Sommer, Sonne, Sonnenschein“ war.

So kam die Idee vom Van irgendwann zum erliegen. Auch wenn es sich wie eine Niederlage anfühlt, den Traum schon wieder in die ungewisse Zukunft zu verschieben: Der Augenblick ist einfach nicht der Richtige, um alleine mit Surfbrett und Bus die Welt zu erkunden. Was ich jetzt brauche ist ein Alltag und Leute um mich herum und keine einsamen Sandstrände.

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